Aus Sandras Blog
Wie persönlich darf eine Trauerfeier sein? – Abschied nehmen, wie ein Mensch gelebt hat

Wenn ein Mensch stirbt, gibt es plötzlich unglaublich viel zu entscheiden.
Und mitten in all diesen Entscheidungen steht irgendwann auch die Frage:
Wie soll die Trauerfeier eigentlich sein?
Still und feierlich? Persönlich? Mit Musik? Darf gelacht werden? Darf man Geschichten erzählen, die vielleicht gar nicht traurig sind?
Meine Antwort darauf ist:
Eine Trauerfeier darf so persönlich sein wie der Mensch, von dem wir Abschied nehmen.
Eine Trauerfeier muss nicht nur traurig sein
Trauer ist traurig.
Natürlich ist sie das.
Da fehlt plötzlich jemand. Ein vertrauter Mensch. Eine Stimme. Ein Lachen. Ein Platz am Tisch.
Aber der Mensch, um den es geht, bestand nicht nur aus seinem Tod.
Vor diesem Abschied war ein ganzes Leben.
Mit Eigenheiten und Leidenschaften. Mit Arbeit und Familie. Mit kleinen Macken. Mit Lieblingssätzen. Mit Geschichten, über die man heute vielleicht noch genauso lachen kann wie damals.
Und genau diese Dinge dürfen bei einer Trauerfeier ihren Platz bekommen.
Darf bei einer Trauerfeier gelacht werden?
Ja.
Und manchmal ist genau dieses Lachen unglaublich wertvoll.
Vielleicht erzähle ich von einer Angewohnheit, die alle in der Familie kannten. Von einem Spruch, den dieser Mensch immer wieder gesagt hat. Oder von einer Geschichte, bei der sich die Angehörigen schon im Vorgespräch ansehen und anfangen zu lächeln.
Dann darf dieses Lächeln auch bei der Abschiedsfeier da sein.
Es nimmt der Trauer nichts weg.
Es erinnert daran, dass dieser Mensch gelebt hat.
Was gehört in eine persönliche Trauerrede?
Für mich ist eine Trauerrede keine Aufzählung von Jahreszahlen.
Geboren. Schule. Beruf. Geheiratet. Kinder. Rente. Gestorben.
Natürlich gehören wichtige Stationen eines Lebens dazu.
Aber sie erzählen noch nicht, wer dieser Mensch gewesen ist.
Mich interessieren deshalb auch die anderen Dinge.
Was hat ihn zum Lachen gebracht? Was konnte sie besonders gut? Worüber konnte er sich herrlich aufregen? Was lag immer auf ihrem Küchentisch? Welche Musik gehörte zu diesem Leben? Was werden Familie und Freunde wahrscheinlich noch in vielen Jahren erzählen?
Aus diesen Erinnerungen entsteht nach und nach nicht einfach ein Lebenslauf.
Es entsteht noch einmal ein Bild dieses Menschen.
Muss eine Trauerfeier einem festen Ablauf folgen?
Nein.
Natürlich gibt es einen Rahmen und je nach Ort auch organisatorische Vorgaben.
Aber innerhalb dieses Rahmens gibt es viele Möglichkeiten.
Musik kann eine Rolle spielen. Angehörige können etwas sagen. Kinder oder Enkel können eingebunden werden. Ein Gegenstand kann für ein Leben stehen. Ein Ritual kann einen gemeinsamen Abschied ermöglichen.
Entscheidend ist für mich nicht, möglichst viele Elemente unterzubringen.
Entscheidend ist, was zu diesem Menschen und zu seinen Angehörigen passt.
Welche Musik darf bei einer Trauerfeier gespielt werden?
Auch bei der Musik gibt es nicht das eine Lied, das zu jeder Trauerfeier gehört.
Warum sollte nicht genau die Musik erklingen, die mit diesem Menschen verbunden war?
Das kann ein klassisches Trauerlied sein.
Es kann aber genauso ein Schlager, ein Rocksong oder ein Lied sein, das Außenstehende zunächst vielleicht überhaupt nicht mit einer Trauerfeier verbinden würden.
Wenn beim ersten Ton alle wissen:
„Das war sein Lied.“
Dann kann genau dieses Lied richtig sein.
Auch Kinder dürfen beim Abschied eine Rolle haben
Oft möchten Erwachsene Kinder vor Trauer schützen.
Doch wenn Kinder einen Menschen verloren haben, gehören auch ihre Erinnerungen und ihre Art des Abschiednehmens dazu.
Je nach Alter und Situation können Kinder deshalb behutsam in eine Trauerfeier eingebunden werden.
Vielleicht durch ein Bild. Eine Blume. Einen Stein. Ein kleines Ritual. Oder einfach dadurch, dass sie dabei sein und ihre Gefühle zeigen dürfen.
Es muss nichts Großes sein.
Manchmal sind gerade die kleinen Gesten diejenigen, die bleiben.
Was passiert vor der Trauerfeier?
Bevor ich eine Lebensrede schreibe, möchte ich den Menschen kennenlernen, über den ich sprechen werde.
Nicht persönlich – und irgendwie doch.
Im Gespräch mit den Angehörigen entsteht Stück für Stück ein Bild.
Wir sprechen über wichtige Lebensstationen, aber vor allem über Erinnerungen.
Über schöne und schwierige Zeiten. Über Familie. Über Freundschaften. Über Arbeit und Leidenschaften. Über kleine Geschichten, die vielleicht noch nie irgendwo aufgeschrieben wurden.
Und manchmal fällt mitten in diesem Gespräch ein Satz, bei dem ich sofort weiß:
Da ist er. Genau dieser Satz erzählt etwas über diesen Menschen.
Eine Lebensfeier darf das Leben zeigen
Ich mag den Gedanken der Lebensfeier.
Nicht, weil damit die Trauer kleiner gemacht werden soll.
Sondern weil wir an diesem Tag nicht nur auf den Tod schauen müssen.
Wir dürfen noch einmal hinschauen auf das, was davor war.
Auf einen Menschen und seine Geschichte.
Auf das, was er geschaffen hat.
Auf das, was sie anderen gegeben hat.
Auf all die kleinen und großen Spuren, die bleiben.
Denn ein Mensch ist mehr als der letzte Tag seines Lebens.
Eine persönliche Trauerfeier im Zollernalbkreis
Als freie Rednerin gestalte ich persönliche Trauer- und Lebensfeiern im Zollernalbkreis und darüber hinaus, unter anderem rund um Hechingen, Balingen und Albstadt.
Dabei geht es mir nicht darum, einem Abschied irgendeine Form überzustülpen.
Wir schauen gemeinsam:
Wer war dieser Mensch – und wie können wir so von ihm Abschied nehmen, dass wir ihn darin noch einmal erkennen?
Still oder voller Geschichten. Mit Tränen und vielleicht auch mit einem Lächeln.
Aber vor allem:
persönlich.
Ein Abschied, der zum Menschen passt.
Ihr wünscht euch eine persönliche Trauer- oder Lebensfeier?
Dann sprechen wir in Ruhe über den Menschen, seine Geschichte und darüber, wie ein persönlicher Abschied aussehen kann.
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