Sandra Locher Freie Rednerin (IHK) · Trauerbegleiterin (DEKRA)

Trauerstammtisch – muss ich da über meine Trauer sprechen?

Vielleicht hast du das Wort Trauerstammtisch schon einmal gehört und sofort gedacht:

„Das ist nichts für mich.“

Mit fremden Menschen zusammensitzen und über meine Trauer sprechen?

Erzählen, wen ich verloren habe?

Vielleicht vor anderen weinen?

Nein, danke.

Wenn du gerade genau das denkst, möchte ich dir etwas sagen:

Bei einem Trauerstammtisch musst du erst einmal gar nichts.

Was ist ein Trauerstammtisch überhaupt?

Ein Trauerstammtisch ist ein Ort für Menschen, die jemanden vermissen.

Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten und ganz unterschiedlichen Formen von Trauer.

Manche Verluste sind erst wenige Wochen her. Andere Monate oder Jahre.

Und trotzdem gibt es etwas, das diese Menschen miteinander verbindet:

Da fehlt jemand.

Genau dafür darf es einen Platz geben.

Muss ich beim Trauerstammtisch erzählen, wen ich verloren habe?

Nein.

Du darfst erzählen.

Du darfst aber genauso gut einfach zuhören.

Vielleicht möchtest du beim ersten Mal erst einmal schauen, wer da sitzt und wie sich der Abend anfühlt.

Vielleicht sagst du nur deinen Namen.

Und vielleicht merkst du irgendwann ganz von selbst, dass du etwas erzählen möchtest.

Es gibt keinen Zwang, über etwas zu sprechen, über das du gerade nicht sprechen möchtest.

Und was ist, wenn ich plötzlich weinen muss?

Dann darfst du weinen.

Ohne dich dafür entschuldigen zu müssen.

Aber du darfst genauso lachen.

Denn Trauer besteht nicht ausschließlich aus Tränen.

Manchmal erzählen Menschen von einer Erinnerung und plötzlich lachen alle am Tisch.

Und kurz danach wird es vielleicht wieder still.

Beides darf nebeneinander existieren.

Ist ein Trauerstammtisch eine Selbsthilfegruppe?

Mein Trauerstammtisch ist bewusst ein offener und ungezwungener Treffpunkt.

Es gibt keinen Stundenplan, den wir abarbeiten.

Niemand muss berichten, welche „Fortschritte“ er mit seiner Trauer gemacht hat.

Und vor allem gibt es kein Ziel, an dessen Ende jemand seine Trauer endlich abgeschlossen haben soll.

Denn Trauer ist keine Aufgabe, die man irgendwann erledigt hat.

Darf ich kommen, wenn mein Verlust schon lange zurückliegt?

Natürlich.

Trauer hat kein Ablaufdatum.

Es gibt keinen Zeitpunkt, ab dem man einen Menschen nicht mehr vermissen darf.

Manchmal verändert sich Trauer mit den Jahren.

Aber ein Geburtstag, ein Lied, ein bestimmter Geruch oder ein ganz gewöhnlicher Sonntag können Erinnerungen plötzlich wieder ganz nah werden lassen.

Ob dein Verlust Wochen, Monate oder Jahre zurückliegt, entscheidet deshalb nicht darüber, ob du kommen darfst.

Was passiert bei einem Trauerstammtisch?

Wir sitzen zusammen.

Wir reden.

Wir hören zu.

Manchmal geht es um den Menschen, der fehlt.

Manchmal darum, wie sich das eigene Leben seit seinem Tod verändert hat.

Und manchmal reden wir zwischendurch über etwas völlig anderes.

Denn auch das gehört zum Leben mit Trauer.

Es geht nicht darum, die richtigen Worte zu finden.

Es geht darum, einen Ort zu haben, an dem auch das Vermissen sein darf.

Warum kann der Austausch mit anderen Trauernden guttun?

Nach einem Verlust verändert sich manchmal auch das eigene Umfeld.

Am Anfang fragen viele Menschen, wie es einem geht.

Doch irgendwann wird es stiller.

Das Leben der anderen geht weiter – während sich das eigene vielleicht noch lange völlig anders anfühlt.

Dann kann es guttun, Menschen zu begegnen, denen man nicht erst erklären muss, warum ein bestimmter Tag schwierig ist.

Menschen, die nicht sagen:

„Du musst langsam wieder nach vorne schauen.“

Sondern die verstehen, dass nach vorne schauen und jemanden vermissen gleichzeitig möglich sein können.

Trauerstammtisch „Stille und Stärke“ im Zollernalbkreis

Mit meinem Trauerstammtisch „Stille und Stärke“ möchte ich im Zollernalbkreis genau einen solchen Ort schaffen.

Einen Ort für Begegnung.

Für Erinnerungen.

Für Gespräche und für Stille.

Für Tränen und genauso für ein Lachen.

Und für Menschen, die vielleicht einfach einmal mit anderen an einem Tisch sitzen möchten, bei denen sie nicht erklären müssen, warum jemand noch immer fehlt.

Du musst nichts mitbringen. Keine Geschichte vorbereiten. Und du musst auch nicht wissen, was du sagen möchtest.

Du darfst einfach kommen.

Wie persönlich darf eine Trauerfeier sein? – Abschied nehmen, wie ein Mensch gelebt hat

Wenn ein Mensch stirbt, gibt es plötzlich unglaublich viel zu entscheiden.

Und mitten in all diesen Entscheidungen steht irgendwann auch die Frage:

Wie soll die Trauerfeier eigentlich sein?

Still und feierlich? Persönlich? Mit Musik? Darf gelacht werden? Darf man Geschichten erzählen, die vielleicht gar nicht traurig sind?

Meine Antwort darauf ist:

Eine Trauerfeier darf so persönlich sein wie der Mensch, von dem wir Abschied nehmen.

Eine Trauerfeier muss nicht nur traurig sein

Trauer ist traurig.

Natürlich ist sie das.

Da fehlt plötzlich jemand. Ein vertrauter Mensch. Eine Stimme. Ein Lachen. Ein Platz am Tisch.

Aber der Mensch, um den es geht, bestand nicht nur aus seinem Tod.

Vor diesem Abschied war ein ganzes Leben.

Mit Eigenheiten und Leidenschaften. Mit Arbeit und Familie. Mit kleinen Macken. Mit Lieblingssätzen. Mit Geschichten, über die man heute vielleicht noch genauso lachen kann wie damals.

Und genau diese Dinge dürfen bei einer Trauerfeier ihren Platz bekommen.

Darf bei einer Trauerfeier gelacht werden?

Ja.

Und manchmal ist genau dieses Lachen unglaublich wertvoll.

Vielleicht erzähle ich von einer Angewohnheit, die alle in der Familie kannten. Von einem Spruch, den dieser Mensch immer wieder gesagt hat. Oder von einer Geschichte, bei der sich die Angehörigen schon im Vorgespräch ansehen und anfangen zu lächeln.

Dann darf dieses Lächeln auch bei der Abschiedsfeier da sein.

Es nimmt der Trauer nichts weg.

Es erinnert daran, dass dieser Mensch gelebt hat.

Was gehört in eine persönliche Trauerrede?

Für mich ist eine Trauerrede keine Aufzählung von Jahreszahlen.

Geboren. Schule. Beruf. Geheiratet. Kinder. Rente. Gestorben.

Natürlich gehören wichtige Stationen eines Lebens dazu.

Aber sie erzählen noch nicht, wer dieser Mensch gewesen ist.

Mich interessieren deshalb auch die anderen Dinge.

Was hat ihn zum Lachen gebracht? Was konnte sie besonders gut? Worüber konnte er sich herrlich aufregen? Was lag immer auf ihrem Küchentisch? Welche Musik gehörte zu diesem Leben? Was werden Familie und Freunde wahrscheinlich noch in vielen Jahren erzählen?

Aus diesen Erinnerungen entsteht nach und nach nicht einfach ein Lebenslauf.

Es entsteht noch einmal ein Bild dieses Menschen.

Muss eine Trauerfeier einem festen Ablauf folgen?

Nein.

Natürlich gibt es einen Rahmen und je nach Ort auch organisatorische Vorgaben.

Aber innerhalb dieses Rahmens gibt es viele Möglichkeiten.

Musik kann eine Rolle spielen. Angehörige können etwas sagen. Kinder oder Enkel können eingebunden werden. Ein Gegenstand kann für ein Leben stehen. Ein Ritual kann einen gemeinsamen Abschied ermöglichen.

Entscheidend ist für mich nicht, möglichst viele Elemente unterzubringen.

Entscheidend ist, was zu diesem Menschen und zu seinen Angehörigen passt.

Welche Musik darf bei einer Trauerfeier gespielt werden?

Auch bei der Musik gibt es nicht das eine Lied, das zu jeder Trauerfeier gehört.

Warum sollte nicht genau die Musik erklingen, die mit diesem Menschen verbunden war?

Das kann ein klassisches Trauerlied sein.

Es kann aber genauso ein Schlager, ein Rocksong oder ein Lied sein, das Außenstehende zunächst vielleicht überhaupt nicht mit einer Trauerfeier verbinden würden.

Wenn beim ersten Ton alle wissen:

„Das war sein Lied.“

Dann kann genau dieses Lied richtig sein.

Auch Kinder dürfen beim Abschied eine Rolle haben

Oft möchten Erwachsene Kinder vor Trauer schützen.

Doch wenn Kinder einen Menschen verloren haben, gehören auch ihre Erinnerungen und ihre Art des Abschiednehmens dazu.

Je nach Alter und Situation können Kinder deshalb behutsam in eine Trauerfeier eingebunden werden.

Vielleicht durch ein Bild. Eine Blume. Einen Stein. Ein kleines Ritual. Oder einfach dadurch, dass sie dabei sein und ihre Gefühle zeigen dürfen.

Es muss nichts Großes sein.

Manchmal sind gerade die kleinen Gesten diejenigen, die bleiben.

Was passiert vor der Trauerfeier?

Bevor ich eine Lebensrede schreibe, möchte ich den Menschen kennenlernen, über den ich sprechen werde.

Nicht persönlich – und irgendwie doch.

Im Gespräch mit den Angehörigen entsteht Stück für Stück ein Bild.

Wir sprechen über wichtige Lebensstationen, aber vor allem über Erinnerungen.

Über schöne und schwierige Zeiten. Über Familie. Über Freundschaften. Über Arbeit und Leidenschaften. Über kleine Geschichten, die vielleicht noch nie irgendwo aufgeschrieben wurden.

Und manchmal fällt mitten in diesem Gespräch ein Satz, bei dem ich sofort weiß:

Da ist er. Genau dieser Satz erzählt etwas über diesen Menschen.

Eine Lebensfeier darf das Leben zeigen

Ich mag den Gedanken der Lebensfeier.

Nicht, weil damit die Trauer kleiner gemacht werden soll.

Sondern weil wir an diesem Tag nicht nur auf den Tod schauen müssen.

Wir dürfen noch einmal hinschauen auf das, was davor war.

Auf einen Menschen und seine Geschichte.

Auf das, was er geschaffen hat.

Auf das, was sie anderen gegeben hat.

Auf all die kleinen und großen Spuren, die bleiben.

Denn ein Mensch ist mehr als der letzte Tag seines Lebens.

Eine persönliche Trauerfeier im Zollernalbkreis

Als freie Rednerin gestalte ich persönliche Trauer- und Lebensfeiern im Zollernalbkreis und darüber hinaus, unter anderem rund um Hechingen, Balingen und Albstadt.

Dabei geht es mir nicht darum, einem Abschied irgendeine Form überzustülpen.

Wir schauen gemeinsam:

Wer war dieser Mensch – und wie können wir so von ihm Abschied nehmen, dass wir ihn darin noch einmal erkennen?

Still oder voller Geschichten. Mit Tränen und vielleicht auch mit einem Lächeln.

Aber vor allem:

persönlich.

Freie Trauung: 10 Ideen, die eure Zeremonie wirklich persönlich machen

Eine freie Trauung lebt nicht davon, möglichst viele Programmpunkte unterzubringen.

Sie lebt davon, dass ihr euch darin wiederfindet.

Dass eure Gäste irgendwann denken:

„Ja. Genau so sind die beiden.“

Und genau deshalb müssen Rituale, Musik, Worte oder kleine Überraschungen nicht spektakulär sein.

Sie müssen zu euch passen.

1. Erzählt nicht nur eure Geschichte – zeigt sie

Natürlich gehört eure Kennenlerngeschichte zu einer persönlichen freien Trauung.

Aber manchmal steckt viel mehr Persönlichkeit in den kleinen Dingen.

Vielleicht gibt es einen Gegenstand, der euch seit Jahren begleitet. Einen Urlaubsort, der für euch besonders ist. Einen Satz, den einer von euch ständig sagt. Oder eine Geschichte, bei der eure Freunde schon lachen, bevor sie überhaupt zu Ende erzählt ist.

Genau solche Details machen aus einer schönen Rede eure Rede.

2. Bindet eure Herzensmenschen ein

Trauzeugen, Eltern, Geschwister, Kinder oder enge Freunde können eine freie Trauung unglaublich persönlich machen.

Das bedeutet aber nicht, dass fünf Menschen nacheinander eine Rede halten müssen.

Manchmal reicht ein kurzer Satz. Eine gemeinsame Erinnerung. Ein kleines Ritual. Oder eine Überraschung, von der nur wenige vorher wissen.

Nicht möglichst viel macht eine Trauung besonders. Sondern das Richtige.

3. Wählt Musik, die wirklich etwas mit euch zu tun hat

Musik kann innerhalb weniger Sekunden etwas auslösen, wofür Worte manchmal Minuten brauchen.

Deshalb muss es nicht unbedingt das Lied sein, das gerade auf jeder Hochzeitsplaylist steht.

Vielleicht ist es das Lied aus eurem ersten gemeinsamen Urlaub. Das Stück, das immer im Auto läuft. Oder ein Song, bei dem ihr beide sofort eine bestimmte Situation vor Augen habt.

Wenn eure Gäste die ersten Töne hören und ihr euch dabei automatisch anschaut, ist meistens schon alles gesagt.

4. Schreibt ein Eheversprechen – aber nur, wenn es zu euch passt

Ein persönliches Eheversprechen kann einer der emotionalsten Momente einer freien Trauung sein.

Es kann aber auch genau das Gegenteil bewirken, wenn ihr euch damit unwohlfühlt.

Ihr müsst keine langen Texte schreiben. Ihr müsst auch keine großen Versprechen formulieren.

Manchmal reichen ein paar ehrliche Sätze.

Und wenn ihr beide sagt:

„Bloß nicht. Das sind wir nicht.“

Dann lassen wir es weg.

5. Nutzt ein Ritual, das eine Bedeutung für euch hat

Sandritual. Ringwarming. Wunschsteine. Zeitkapsel. Handfasting.

Es gibt unzählige Rituale für freie Trauungen.

Aber ein Ritual ist nicht automatisch persönlich, nur weil es schön aussieht.

Ich finde es viel spannender, wenn wir gemeinsam überlegen:

Was passt eigentlich zu euch?

Vielleicht entsteht daraus etwas ganz Eigenes, das es so bei keiner zweiten Trauung gibt.

6. Eure Kinder dürfen Teil der Zeremonie sein

Wenn Kinder zu eurer Familie gehören, dürfen sie selbstverständlich auch bei der freien Trauung ihren Platz bekommen.

Je nach Alter kann das ganz unterschiedlich aussehen.

Vielleicht bringen sie die Ringe. Vielleicht bekommen sie eine kleine Aufgabe. Vielleicht sagen sie einen Satz. Oder sie sind einfach da und dürfen genau so sein, wie Kinder eben sind.

Und falls mitten in der emotionalsten Stelle plötzlich jemand laut fragt, wann es endlich Kuchen gibt?

Dann gehört vielleicht auch genau das zu eurer Geschichte.

7. Lasst eure Gäste nicht nur zuschauen

Eine freie Trauung kann wunderschön sein, wenn die Gäste nicht nur Publikum sind.

Das muss keine große Aktion sein.

Vielleicht schreiben sie euch Wünsche auf. Vielleicht gibt es einen gemeinsamen Moment. Vielleicht werden einzelne Menschen bewusst angesprochen oder eingebunden.

So entsteht das Gefühl:

Wir feiern heute nicht vor euch. Wir feiern mit euch.

8. Humor darf unbedingt dazugehören

Eine Hochzeit ist emotional.

Aber emotional bedeutet für mich nicht, dass 40 Minuten lang alle versuchen müssen, nicht zu weinen.

Ihr dürft lachen.

Über euch selbst. Über kleine Eigenheiten. Über Geschichten, die eure Beziehung eben genauso ausmachen wie die großen romantischen Momente.

Gerade diese Mischung aus Gefühl und Leichtigkeit macht eine Zeremonie oft besonders nahbar.

9. Wählt einen Ort, der sich nach euch anfühlt

Eine freie Trauung kann fast überall stattfinden, wo es organisatorisch möglich ist.

Auf einer Wiese. In einer Scheune. Im Schloss. Im eigenen Garten. In einer Hochzeitslocation oder mitten in der Natur.

Der schönste Ort ist für mich nicht automatisch der spektakulärste.

Sondern der Ort, an dem ihr euch wohlfühlt.

Ich begleite freie Trauungen im Zollernalbkreis und darüber hinaus, unter anderem rund um Balingen, Hechingen und Albstadt.

10. Versucht nicht, eine perfekte Hochzeit zu bauen

Das klingt vielleicht etwas ungewöhnlich.

Aber gerade bei Hochzeiten entsteht schnell der Anspruch, dass alles perfekt sein muss.

Der Ablauf. Das Wetter. Die Deko. Die Musik. Die Rede. Die Gäste.

Dabei sind es später häufig gar nicht die perfekten Dinge, an die man sich erinnert.

Sondern die echten.

Der Moment, in dem jemand plötzlich lachen musste.

Die Träne, die niemand geplant hatte.

Der Blick zwischen euch beiden, bei dem alle anderen für einen Augenblick unwichtig waren.

Was macht eine freie Trauung wirklich persönlich?

Am Ende sind es für mich nicht die zehn Ideen auf dieser Liste.

Es ist die Frage:

Was davon seid wirklich ihr?

Vielleicht braucht eure Trauung kein Ritual.

Vielleicht braucht sie keine große Überraschung.

Vielleicht braucht sie einfach eure Geschichte, eure Menschen und die richtigen Worte.

Dann ist sie persönlich.

Nicht, weil sie anders sein muss als alle anderen.

Sondern weil sie nach euch klingt.

Wie läuft eine freie Trauung ab? – Ablauf, Ideen und was wirklich wichtig ist

Wer sich für eine freie Trauung entscheidet, hat meistens ziemlich schnell eine Vorstellung davon, wie sie sich anfühlen soll.

Persönlich. Emotional. Locker. Vielleicht mit viel Lachen. Vielleicht mit ein paar Tränen.

Und dann kommt irgendwann die ganz praktische Frage:

Wie läuft eine freie Trauung eigentlich ab?

Die kurze Antwort lautet: Es gibt keinen Ablauf, den jede freie Trauung haben muss.

Und genau das ist das Schöne daran.

Eine freie Trauung darf so individuell sein wie die zwei Menschen, die an diesem Tag Ja zueinander sagen.

Gibt es einen festen Ablauf bei einer freien Trauung?

Nein.

Anders als bei einer standesamtlichen oder kirchlichen Trauung gibt es bei einer freien Trauung keine vorgeschriebene Reihenfolge und keine Elemente, die zwingend enthalten sein müssen.

Trotzdem hat sich ein gewisser Rahmen bewährt. Nicht, weil man ihn einhalten muss – sondern weil er einer Zeremonie Ruhe und einen schönen Spannungsbogen gibt.

Eine freie Trauung kann zum Beispiel so aussehen:

  1. Einzug
  2. Begrüßung des Brautpaares und der Gäste
  3. Persönliche Traurede
  4. Einbindung von Familie, Freunden oder Trauzeugen
  5. Trauritual oder symbolische Handlung
  6. Eheversprechen
  7. Ringwechsel
  8. Der persönliche Ja-Moment
  9. Auszug und gemeinsamer Start in die Feier

Aber: Das ist eine Möglichkeit. Kein Stundenplan.

Wenn etwas nicht zu euch passt, lassen wir es weg. Und wenn etwas unbedingt zu euch gehört, finden wir einen Platz dafür.

Das Herzstück: Eure Geschichte

Für mich ist die persönliche Traurede das Herz einer freien Trauung.

Dabei geht es nicht darum, Lebensläufe vorzulesen oder Jahreszahlen aneinanderzureihen.

Es geht um euch.

Darum, wie ihr euch kennengelernt habt. Was euch verbindet. Über welche Eigenheiten des anderen ihr heute lachen könnt. Welche Momente euch geprägt haben. Was vielleicht nicht immer perfekt lief – und warum ihr trotzdem oder gerade deshalb heute hier steht.

Ich möchte, dass eure Gäste irgendwann denken:

„Ja. Genau so sind die beiden.“

Und manchmal möchte ich auch, dass ihr euch gegenseitig anschaut und denkt:

„Woher weiß Sandra das denn jetzt?“

Genau dafür gibt es vor der Trauung ausführliche Gespräche.

Müssen wir bei einer freien Trauung ein Eheversprechen sprechen?

Nein.

Ihr dürft – aber ihr müsst nicht.

Für manche Paare ist ein selbst geschriebenes Eheversprechen einer der emotionalsten Momente der ganzen Trauung. Andere bekommen schon beim Gedanken daran Schweißausbrüche.

Beides ist völlig in Ordnung.

Ein persönliches Ja kann genauso berührend sein. Wir finden gemeinsam heraus, was zu euch passt und womit ihr euch wohlfühlt.

Denn niemand sollte an seinem Hochzeitstag etwas tun, nur weil „man das eben so macht“.

Können Familie und Freunde eingebunden werden?

Unbedingt – wenn ihr das möchtet.

Trauzeugen, Eltern, Geschwister, Kinder oder Herzensmenschen können eine freie Trauung unglaublich persönlich machen.

Das kann durch ein Ritual geschehen, durch ein paar persönliche Worte, durch Musik oder durch eine kleine Überraschung.

Dabei gilt für mich allerdings:

Nicht möglichst viel macht eine Trauung besonders. Sondern das Richtige.

Ein einziges Element, das wirklich zu euch gehört, kann viel mehr berühren als fünf Rituale, die man irgendwo im Internet gefunden hat.

Wie lange dauert eine freie Trauung?

Als Orientierung könnt ihr für eine freie Trauung häufig mit ungefähr 30 bis 45 Minuten rechnen.

Entscheidend ist aber nicht die Stoppuhr.

Eine gute Zeremonie sollte sich weder gehetzt noch künstlich in die Länge gezogen anfühlen.

Wenn nachher jemand sagt:

„Was? Das waren wirklich 40 Minuten?“

dann war es wahrscheinlich genau richtig.

Ist eine freie Trauung rechtsgültig?

Nein.

Die freie Trauung ersetzt in Deutschland nicht die standesamtliche Eheschließung.

Rechtlich verheiratet seid ihr durch die Trauung beim Standesamt.

Die freie Trauung ist eure persönliche Zeremonie – ohne die gesetzlichen Vorgaben des Standesamtes und deshalb mit sehr viel Freiheit bei Ort, Ablauf und Gestaltung.

Wo kann eine freie Trauung stattfinden?

Fast überall dort, wo es organisatorisch möglich ist.

Auf einer Wiese. In einer Scheune. Im Schloss. Im eigenen Garten. In einer besonderen Hochzeitslocation. Draußen mit Blick über die Landschaft oder drinnen an einem Ort, mit dem ihr etwas verbindet.

Ich begleite freie Trauungen im Zollernalbkreis und darüber hinaus, unter anderem rund um Balingen, Hechingen und Albstadt.

Und ja: Bei einer Trauung draußen gehört für mich immer auch ein Plan B dazu.

Nicht besonders romantisch.

Aber spätestens wenn der Himmel fünf Minuten vor dem Einzug dunkelgrau wird, plötzlich sehr wertvoll.

Freier Redner oder freie Rednerin – worauf sollte man achten?

Natürlich spielen Erfahrung, Stimme und die Gestaltung der Zeremonie eine Rolle.

Aber mindestens genauso wichtig ist etwas anderes:

Die Chemie muss stimmen.

Ihr erzählt einem freien Redner oder einer freien Rednerin ziemlich persönliche Dinge über euch und eure Beziehung.

Deshalb solltet ihr bei einem Kennenlernen nicht nur überlegen:

„Kann diese Person eine gute Rede schreiben?“

Sondern auch:

„Möchten wir diesem Menschen unsere Geschichte erzählen?“

Wenn ihr diese Frage beide mit Ja beantworten könnt, ist schon ziemlich viel richtig.

Und wie läuft eine freie Trauung bei mir ab?

Bevor ich eure Traurede schreibe, möchte ich euch kennenlernen.

Nicht nur eure Eckdaten.

Euch.

Wir sprechen über eure Geschichte, eure Beziehung, eure Menschen und über die kleinen Dinge, die euch als Paar ausmachen.

Daraus entsteht keine Trauung von der Stange.

Sondern eure.

Mit emotionalen Momenten, mit Leichtigkeit und sehr gerne auch mit Humor – denn bei einer Hochzeit darf nicht nur geweint werden.

Am Ende wünsche ich mir, dass ihr nicht denkt:

„Das war eine wunderschöne freie Trauung.“

Sondern:

„Das waren einfach wir.“