Sandra Locher Freie Rednerin (IHK) · Trauerbegleiterin (DEKRA)

Aus Sandras Blog

Allgemein

Was ich sehe, wenn ich Sandra begleite

Was ich sehe, wenn ich Sandra begleite

Heute schreibt einmal nicht Sandra selbst.

Heute schreibe ich – ihr Ehemann.

Ich begleite Sandra hin und wieder zu einer freien Trauung, einer Lebensfeier oder zu einer anderen Zeremonie. Ich helfe beim Tragen, beim Aufbau der Technik, schaue, ob alles funktioniert, und versuche, ihr vor Beginn den Rücken freizuhalten.

Dabei sehe ich etwas, das Sandra selbst während ihrer Arbeit wahrscheinlich gar nicht so wahrnehmen kann.

Ich sehe die Menschen.

Ich sehe ihre Gesichter, während Sandra spricht. Ich sehe, wie sie lachen, obwohl ihnen vielleicht gerade noch die Tränen über die Wangen gelaufen sind. Ich sehe dieses stille Nicken, wenn sie mit ihren Worten genau das trifft, was jemand fühlt, aber selbst nicht aussprechen kann.

Und ich sehe, was nach einer Zeremonie passiert.

Menschen kommen zu ihr, nehmen sie in den Arm und bedanken sich. Manche erzählen ihr, dass sie einen Menschen noch einmal ganz neu gesehen haben. Andere sagen, dass es sich angefühlt habe, als hätte Sandra die Familie schon viele Jahre gekannt.

Dieses Vertrauen beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.

Denn Sandra hält nicht einfach nur eine Rede.

Sie hört vorher genau hin. Sie fragt nach. Sie lacht mit den Menschen, weint manchmal mit ihnen und nimmt sich Zeit. Sie sammelt Erinnerungen, kleine Eigenheiten und all die Geschichten, aus denen ein Leben oder eine Liebe besteht.

Und daraus macht sie etwas, das bleibt.

Ich weiß, wie viel Arbeit hinter jeder einzelnen Rede steckt. Wie lange sie an Formulierungen feilt. Wie oft sie einen Abschnitt noch einmal verändert, weil er sich für sie noch nicht richtig anfühlt. Wie wichtig es ihr ist, dass eine Rede nicht einfach nur schön klingt, sondern dass die Menschen sich darin wirklich wiederfinden.

Manchmal sage ich zu ihr:

„Sandra, jetzt ist sie doch wirklich gut.“

Und dann antwortet sie:

„Ja, aber da geht noch etwas.“

Das ist typisch Sandra.

Sie möchte den Menschen nicht irgendeine Rede schenken. Sie möchte ihnen ihre Rede schenken.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele Menschen nach einer Trauung, einer Lebensfeier oder einer Begleitung den Kontakt zu ihr nicht verlieren möchten.

Aus einem ersten Gespräch entsteht Vertrauen.

Aus Vertrauen entsteht Verbundenheit.

Und manchmal entsteht daraus sogar eine neue Freundschaft.

Menschen schreiben ihr noch Monate später. Sie schicken Bilder, erzählen, wie es ihnen inzwischen geht, oder melden sich an einem besonderen Tag. Manche kommen zu einer ihrer Veranstaltungen oder empfehlen sie innerhalb ihrer Familie weiter.

Der eigentliche Auftrag ist dann längst beendet.

Aber die Verbindung bleibt.

Als ihr Ehemann macht mich das unglaublich stolz. Nicht nur, weil Sandra ihre Arbeit gut macht. Sondern weil sie dabei immer sie selbst bleibt.

Herzlich. Direkt. Manchmal herrlich spontan. Mitfühlend, ohne sich aufzudrängen. Und mit der besonderen Gabe, Menschen das Gefühl zu geben, dass ihre Geschichte wichtig ist.

Ich sehe natürlich auch die andere Seite.

Ich sehe, wie sehr manche Geschichten sie beschäftigen. Wie sie nach einer besonders emotionalen Lebensfeier erst einmal still wird. Wie viele Gedanken sie sich macht und wie ernst sie die Verantwortung nimmt, die Menschen ihr mit ihren Erinnerungen anvertrauen.

Doch ich sehe auch, wie erfüllt sie nach Hause kommt.

Dann weiß ich:

Das ist nicht einfach nur ihre Arbeit.

Das ist genau das, was sie tun soll.

Wenn ich Sandra begleite, stehe ich meistens irgendwo im Hintergrund. Und genau von dort aus kann ich besonders gut beobachten, was ihre Worte bewirken.

Ich sehe die Tränen.

Ich höre das Lachen.

Ich spüre die Stille.

Und ich erlebe die Dankbarkeit der Menschen.

Deshalb kann ich aus tiefster Überzeugung sagen:

Sandra begleitet nicht einfach nur einen besonderen Moment im Leben eines Menschen.

Sie schenkt diesem Moment Worte.

Und sehr oft entsteht daraus etwas, das weit über diesen einen Tag hinausgeht.

Eine Erinnerung.

Eine Verbindung.

Und manchmal sogar eine Freundschaft.

Darauf bin ich als ihr Ehemann unheimlich stolz.

Peter

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