Warum ich Rednerin geworden bin – und warum daraus mein Herzensding wurde
Warum ich Rednerin geworden bin – und warum daraus mein Herzensding wurde
Manchmal beginnt etwas Neues nicht mit einem großen Plan.
Nicht mit einer jahrelangen Idee. Nicht mit dem Gedanken: „Genau das werde ich irgendwann einmal machen.“
Manchmal beginnt es in einem Moment, in dem eigentlich etwas ganz anderes im Mittelpunkt steht.
Bei mir war es der Abschied von meiner Mutter.
Bei ihrer Trauerfeier begleitete uns eine freie Rednerin. Und obwohl dieser Tag natürlich von Trauer geprägt war, ist mir etwas ganz Besonderes in Erinnerung geblieben:
Wie schön und liebevoll man einen Abschied gestalten kann.
Da stand ein Mensch, der meine Mutter nicht ein Leben lang gekannt hatte – und trotzdem gelang es ihr, Worte zu finden, die zu ihr passten.
Sie gab diesem schweren Tag einen würdevollen Rahmen und machte aus einer Trauerfeier einen persönlichen Abschied.
Das hat etwas in mir ausgelöst.
Eigentlich wollte ich nur Trauerrednerin werden
Ich habe schon immer gerne mit Menschen gearbeitet.
Ich mag ihre Geschichten, ihre unterschiedlichen Charaktere und all das, was einen Menschen zu genau diesem einen Menschen macht.
Und das Thema Trauer war mir leider nicht fremd.
Ich musste selbst in den vergangenen Jahren Menschen gehen lassen, die mir sehr wichtig waren.
Ich wusste also, wie es sich anfühlt, auf der anderen Seite zu sitzen.
Wie gut Worte tun können.
Aber auch, wie sehr sie fehlen können.
Als der Gedanke entstand, selbst Rednerin zu werden, war für mich deshalb eigentlich klar:
Ich möchte Trauerrednerin werden.
Mehr hatte ich zunächst gar nicht vor.
Während meiner Ausbildung lernte ich dann – Gott sei Dank – alle drei Zeremonien kennen:
freie Trauungen,
Trauerfeiern
und Kinderwillkommensfeste.
Und plötzlich durfte ich feststellen:
Mein Herz hat offenbar ziemlich viel Platz.
Für Abschiede genauso wie für Neuanfänge.
Für Freudentränen genauso wie für Tränen des Vermissens.
Dann stand da dieses glückliche Brautpaar
Meine ersten Zeremonien werde ich wohl nie vergessen.
Da stand plötzlich ein Brautpaar vor mir – glücklich und rundum zufrieden mit seiner Trauung.
Und ich wusste:
Das hier macht etwas mit mir.
Bei meiner ersten Trauerfeier sah das mit meiner eigenen Gelassenheit allerdings noch etwas anders aus.
Man, war ich aufgeregt.
Herzklopfen.
Verantwortung.
Und immer wieder dieser Gedanke:
Hoffentlich werde ich diesem Menschen und seiner Familie gerecht.
Danach kamen so viele liebe Worte und so viel Wertschätzung zurück, dass mich das tief berührt hat.
Vor allem aber hatte ich ein Gefühl:
Die Angehörigen waren froh, dass ich da war.
Und vielleicht ist genau das bis heute einer der wichtigsten Gründe, warum ich diese Arbeit so liebe.
Aus einer Idee wurde mein Herzensding
Wer mich kennt, weiß:
Wenn ich etwas wirklich will, dann ziehe ich es auch durch.
Also habe ich es durchgezogen.
Mit jeder Menge Aufregung.
Mit Herzklopfen.
Mit Zweifeln.
Mit Lernen.
Und mit jeder einzelnen Zeremonie ein bisschen mehr Gewissheit.
Es hat tatsächlich nicht lange gedauert, bis ich wusste:
Das ist mein Herzensding.
Bis heute ist keine Zeremonie für mich selbstverständlich.
Da sitzen Menschen vor mir und vertrauen mir ihre Geschichte an.
Brautpaare erzählen mir von ihrer Liebe, ihren verrückten Momenten, ihren Umwegen und ihren Träumen.
Familien erzählen mir von einem Menschen, den sie lieben und vermissen.
Sie erzählen mir Dinge, die manchmal kaum jemand außerhalb der Familie weiß.
Dieses Vertrauen ist für mich ein Geschenk.
Und ich möchte, dass die Menschen spüren:
Auf mich ist Verlass.
Vielleicht sind deshalb aus manchen Begegnungen Kontakte entstanden, die weit über eine Zeremonie hinausreichen.
Menschen bleiben.
Und ihre Geschichten manchmal auch.
Dieser Beruf hat auch mich verändert
Wenn man so viele Lebensgeschichten hört, verändert das irgendwann den eigenen Blick auf das Leben.
Zumindest war es bei mir so.
Mich interessieren viele Oberflächlichkeiten heute einfach nicht mehr.
Ich möchte meine Zeit nicht mit Menschen oder Dingen verbringen, die mir nicht guttun.
Und über manches, worüber man sich früher vielleicht stundenlang geärgert hätte, denke ich heute:
Ist es das wirklich wert?
Denn wenn man in so viele traurige Augen geschaut hat wie ich, bekommt vieles plötzlich eine andere Bedeutung.
Man merkt, wie schnell sich ein Leben verändern kann.
Wie unwichtig manche Dinge sind, über die wir uns täglich aufregen.
Und wie wichtig dagegen Menschen sind.
Zeit.
Nähe.
Ein ehrliches Wort.
Ein „Ich bin da“.
Warum ich Rednerin bin?
Natürlich liebe ich die schönen Momente.
Das Lachen eines Brautpaares.
Freudentränen.
Ein Kinderwillkommensfest voller Leben.
Eine Trauerfeier, bei der zwischen all den Tränen plötzlich auch gelacht werden darf, weil eine Erinnerung einfach zu schön ist.
Und ich bekomme in diesem Beruf unglaublich viel Wertschätzung zurück.
Aber wenn ich heute gefragt werde, warum ich das alles mache, liegt meine eigentliche Antwort noch etwas tiefer.
Weil ich in meinen eigenen schweren Zeiten manchmal selbst Menschen an meiner Seite gebraucht hätte.
Menschen, die einfach da sind.
Die zuhören.
Die nicht alles erklären oder besser machen wollen.
Sondern ein Stück des Weges mitgehen.
Vielleicht kann ich heute nicht mehr ändern, dass mir genau das damals manchmal gefehlt hat.
Aber ich kann heute für andere dieser Mensch sein.
Und genau deshalb bin ich Rednerin.
Und genau deshalb bin ich Trauerbegleiterin.
Weil niemand einen schweren Weg ganz alleine gehen sollte.
Wenn du mich als Rednerin oder Trauerbegleiterin kennenlernen möchtest, schreib mir gerne ganz persönlich.